Hier der lang erwartete Bericht von der Geburt unserer Klingonin.

Der 28.9. verlief relativ ereignislos. Ein Freund von Menne war da und hat uns die Gardinenleiste angebracht im Kinderzimmer. Eigentlich sollte der Heizstrahler noch folgen, aber der wurde leider wieder vergessen. Uns war es egal, wir hatten ja noch Zeit, war ich doch erst bei 37+1.

Waehrend des Tages dachte ich noch, dass ich evt doch noch Handtuecher in die Kliniktasche werfen sollte, und eine kleine Tuete mit Babysachen fuer die Kleine, wenn wir sie aus dem KH mitnehmen. Das hab ich dann doch wieder verworfen oder vergessen, weil andere Dinge wichtiger waren.

Abends sassen wir gemuetlich auf dem Sofa. Ich lag mit dem Kopf auf Mennes Oberschenkel und hab mich krabbeln lassen. Das ist immer so schoen. Nur kurz nach 8 fuehlte es sich komisch an. Bin aufs Klo und hab einen pH Test gemacht. Der war gelb, also alles ok. Wieder auf dem Sofa fuehlte es sich noch immer komisch an, dass ich trotz leerer Blase nochmal aufs Klo bin.

Und dann sass ich da und verlor Wasser. Da ich bisher doch relativ dicht unten war, ausser halt beim Niesen, konnte etwas nicht stimmen. Und dann kam nochmal ein wenig Wasser und nochmal… Also machte ich nochmal einen pH Test und der war DUNKEL.

BLASENSPRUNG!!!

So, ich erst einmal Binde gewechselt und tief durchgeatmet. Als erstes musste ich es meinem Mann sagen, dann Hebamme anrufen und doch noch Tasche packen. Was msuste da nochmal rein?

Beim Aufstehen vom Klo gabs n groesseren Schwall Wasser, ok, evt waren es 50ml oder so, nicht wie bei den Blasenspruengen im TV, wo 3L Wasser auf einmal ‚rauskommen‘.

Dann bin ich ins Wohnzimmer und sagte: „Wir muessen ins Krankenhaus!“

Mein Mann: Jetzt?

Ich: Ja jetzt, ich hatte einen Blasensprung! Ruf die 1. Hilfe wegen Liegendtransport!

Er: Wie?

ich: Im Geburtstvorbereitungskurs hat die Hebamme gesagt bei Blasensprung und Beckenendlage soll man den Wagen rufen und liegend transportiert werden!

Er muss es irgendwie ignoriert haben… Menne war wohl nun sehr nervoes und hat gezittert als er sich umzog.

.

Dann rief ich die Hebamme an, die an dem Tag Dienst hatte. Hab sie gefragt wegen liegend transportieren und BEL, aber sie war sehr ruhig und sagte, dass Autofahren auch ok ist (Aber im Kurs sagten sie…???) Dann fragte sie mich, wie lange wir ins KH brauchen. Ca 20minuten, aber ich musste die Tasche noch packen. Also verabredeten wir uns in 30-40min im KH.

Gut, schnell noch die Kosmetikartikel in die Tasche geworfen (natuerlich die Handtuecher vergessen) und dann ging es los.

Mein Mann sagte nur seiner Mutter: Es geht los!

Natuerlich war auch sie nicht vorbereitet und nun total nervoes, dass sie nachfragte: Wie es geht los?

Er nur: Sie hatte einen Blasensprung.

Ich stand noch in der WOhnung und er fuhr das Auto raus. Toll, und ich sollte die Tasche tragen?? Gut, dass seine Mutter da war. Sie trug mir die Tasche nach unten und wollte hinterher fahren.

Also waren wir ca 20:20/5 unterwegs zum Krankenhaus.

Ich hab nun einige SMS verschickt mit dem Hinweis: „Blasensprung.“ Zu mehr war ich einfach nicht faehig. Dann rief noch die Schwiegermutter an, dass sie nicht nachkommt, weil sie eh nichts machen kann. (Spaeter erfuhr ich, dass daran meine Schwaegerin Schuld war.😉 ) Es stimmt ja, da sie eh nicht mit in den Kreissal durfte.

Meine Mutter rief an und wuenschte uns viel Glueck.

Es lief alles gut mit dem Verkehr, bis die Ausfahrt kam…

Ich meinte nur, dass er rausfahren sollte, das ist die zum KH. Aber Menne war der Meinung, dass es erst die naechste war. Nun machte ich es noch ausdreucklicher, dass er DIESE Abfahrt nehmen sollte. Aber wie der Dickkopf ist, fuhr er dran vorbei.

So, da er zwar von hier kommt, aber total nervoes war, konnte er nicht ueberlegen. Ganz zittrig fuhr er die naechste Abfahrt ab und wir versuchten uns zum KH durchzufinden. Zum Glueck hatte ich das ipad mit, aber bekam es nicht hin es zum Internet zu bringen… Ja, ich war auch nervoes. Also war da auch keine Hilfe zu erwarten in Sachen Navigation. Aber das GPS ging, also konne ich uns damit wieder Richtung Autobahn lotsen und wir nahmen die richtige Abfahrt!

Er raste doch etwas, dass ich ihn darauf aufmerksam machte dass ich NICHT im Strassengraben landen will. Er war sehr zittrig und fahrig. Menne hatte Angst um uns. Nach aussen hin versuchte ich Ruhe auszustrahlen. Er war verzweifelt, weil er falsch gefahren ist… Ich haett ihn am liebsten in den Arm genommen.

Im KH angekommen ging ich an die Rezeption. Natuerlich lief immer mal Fruchtwasser in das Handtuch, welches ich mit zwischen die Beine geklemmt hatte. Nun sah ich mehrere Aerze und Pfleger da stehen und sagte: Ich haett gern einen Rollstuhl. Alle schauten mich nur doof an. „Ich hatte einen Blasensprung und das Kind liegt in BEL, dass ich nicht hochlaufen und alles nass machen will.“ Dann erst kam eine Reaktion in die Maenner, dass ich keine 30sec spaeter in einem Stuhl sass.

Kam mir damit doch n bisl komisch vor, aber was tut man nicht alles. Natuerlich hatte ich leichte Panik, weil ich eben dachte, dass die Nabelschnur abgeklemmt wurde, wenn das Fruchtwasser immer weniger wird.

Menne war dann fast zeitgleich mit mir im Kreissaal, wo die Hebamme schon wartete. Erstmal schrieb sie ein CTG und sie meinte ich haette leichte aber konstante Wehen. „Echt? Ich merke nix.“ Aber sie hatte recht, ich konnte es auch sehen, leichte Wellen auf dem Papier, die irgendwie mit dem mehr Ausfliessen zusammenlagen.

Dann wollte sie auch noch einmal den pH messen. Also zog ich mir die Hose aus und es kam Schwall Blubb Wasser, dass sie nur grinste und sagte, dass sie sich den pH erspart.

Da ich auf dem CTG die Herztoene unserer Kleinen hoerte, wurde ich auch ruhiger. Also keine Nabelschnur abgeklemmt. Erleichterung war zu spueren. Menne sass derweil arg verkrampft in einem Stuhl an der meinem Stuhl gegenueberliegenden Wand. Er kaute nervoes auf seinem Kaugummi herum. (Normal rennt er eigentlich eher durch die Gegend… hat er nicht gemacht)

Der Arzt kam, stellte sich kurz vor (es war der vom 1. Gebraech hier im KH) und brachte dann ein Ultraschallgeraet mit. Natuerlich wurde zuerst im Becken geschallt und da lag noch immer der Po. Der Kopf war wie immer in meiner Magengegend. Es hatte sich nix geaendert.

Da ich die Info zum Kaiserschnitt noch nicht unterzeichnet hatte, bekam ich erst einmal etwas zum Lesen. Zwischendurch bekam ich die Braunuele gelegt und der Arzt klaerte mich auf. Alle waren sehr relaxt – ich auch – und wir hatten doch wirklich Spass.

Der Doc riet mir zum KS, da ich ohne merkliche Wehen wohl a) laenger hier liegen werde und b) eben der Kopf doch recht gross ist.

Menne und ich ueberlegten noch, ob wir den KS eher heute noch oder erst am Montag machen lassen wollten. Montag waere irgendwie auch schoen gewesen, weil da unser Hochzeitstag ist. (Eigentlich wollten wir schoen essen gehen.)

Wir ueberliessen die Entscheidung den Aerzten. Der junge Doc telefonierte dann mit der Oberaerztin und alle sagten, dass der KS heute noch gemacht wird, weil eh alle da sind und zum anderen der OP frei war. Wer weiss schon, was spaeter fuer Notfaelle rein kamen.

Die Aerzte entschieden auf sofort und ich bekam einen Katheder gelegt.

So, dann ging es los. Noch ein Kuesschen von Menne und dann war ich unterwegs in den OP. Menne wollte nicht mit dabei sein, ich kann ihn schon verstehen.

Eine Lernschwester fragte, ob sie mit dabei sein konnte. Ich hatte nix dagegen. Spaeter hatten wir noch miteinander zu tun, Nora hat sich sehr fuer mich und meine Glutenfreie Ernaehrung eingesetzt!

Im OP von meinem aufs andere Bett gefahren worden (per Rollfeld) und dann im OP. Es war da ganz schoen kalt, muss ich sagen. Die Menschen hier waren alle sehr ruhig und routiniert. Ich begann dumme Fragen zu stellen und wir lachten alle sehr viel.

Als die Aerztin da war bekam ich die Spinalanesthesie gelegt. Ein kleiner Picks zur oertlichen Betaeubung und dann der leicht dumpfe Schmerz beim Legen. Ich wurde verkabelt und sie testeten meine Reaktion auf die Betaeubung. Es ist schon komisch wenn man den Druck doch merkt aber keinen Schmerz mehr.

Ich starrte an die Decke, denn mein ‚OP Kleidchen wurde als Vorhang vor mir aufgespannt. Meine Fuesse konnte ich dann nicht mehr bewegen und es ging los. (leider konnte ich auch in der Lampe nix sehen. Ich haette zu gern zugeschaut.😦 )

Ich merkte, wie man mir den Bauch aufschnitt, noch etwas aufschnitt und dann da drin herumfuhrwerkte. Schmerzen hatte ich keine.

22:38 Uhr

Ploetzlich hoere ich etwas grummeln und sich beschweren. Als Schrei wuerde ich es nicht bezeichnen. Mir wurde die Kleine kurz gezeigt und dann kam sie zum Saubermachen und Kontrolle zum Kinderarzt. Vermutlich wurde da das erste Foto von ihr geschossen.

Dann bekam ich sie fuer 3-4min auf die Brust gelegt und ich durfte sie beruehren, streicheln und angucken. Sie war einfach nur suess.

Da ich noch zugemacht werden und dann im Aufwachraum warten musste, kam sie zum Vati. Vati… wow, wir sind Eltern!

Wieder war es lustig im OP, dass sich der Arzt beschwerte, wenn ich jetzt nicht aufhoere zu lachen wird die Naht schief und krumm. Nun versuchte ich also krampfhaft fuer einige Zeit ruhig zu bleiben. Ich war froh, als ich wieder lachen durfte.😉

Im Aufwachraum war ich alleine und der Mann (Narkoseassistent) testete meine Reaktion alle 5? Minuten auf das Nachlassen der Spinale. Erst als ich kalt auch im Brust bzw Bauchbereicht spuerte konnte ich aus dem OP Bereich. Nur war das nicht so einfach, da das Alkholzeugs doch schon Raumtemperatur hatte und mMn gar nicht kalt war. Er hat es mir dann auf die Hand gesprueht, nur was das die, wo ich Karpaltunnel hab und somit war es da auch nicht kalt *rotwerd*

Ende vom Lied ist, dass ich mal wieder dumme Fragen gestellt hab und er mich schlussendlich einfach ‚abgeschoben‘ hat. Ok, ich hab es kalt auf der Brust gespuert und konnte schon etwas meine Fuesse wieder bewegen. Die Beine kribbelten etwas.

Man rollte mich also zurueck in einen kleinen Raum neben dem Kreissaal und da sass mein Mann mit dem Oberkoerper frei!!! und der Kleinen auf dem Bauch.❤ Er sah so gluecklich aus und auch etwas hilfesuchend, denn sie suchte wohl nach der Brust.

Unsere Hebamme zeigte mir erst die kleinen Fuesschen und ich zaehlte ab, es waren 5 Zehen da. Und dann sah ich, was sie meinte, warum sie mir ueberhaupt die Fuesse zeigte. Die Kleine hatte eine groessere 2. Zehe, die auf dem grossen Onkel lag – ein Familienerbe aus Mennes Familie.

Die Hebamme nahm sie ihm ab und legte sie dann auf meine Brust, wo sie sofort weiter suchte und die Milchquelle fand. AUA war das ein komisches Gefuehl und in meinem Bauch zog die Gebaermutter sich zusammen. Der Oxytocyntropf tat sein uebriges. Sie sog kraeftig und anscheinend hatte ich wirklich schon etwas Milch?

So lagen wir da und genossen die erste Zeit miteinander.

Mein Mann wusste nur noch den Kopfumfang und das Gewicht, wobei er immer 10g abzog.😉

3070g und 36,5cm Kopfumfang

Irgendwann schickte ich an alle anderen eine SMS: Sie ist da. Mein Mann uebernahm die Familie anzurufen. Meine Eltern warteten schon auf den Anruf und auch meine Schwester war gluecklich, dass alles so gut ausging. Ich schaltete dann das Handy ab.

Zwischen 2/3 kamen wir dann aufs Zimmer, wo ich leider nicht schlafen konnte. Zum Einen musste ich die vergangenen Stunden erstmal verarbeiten, dann tickte die Wanduhr ganz laut und ich konnte es nicht haben, wenn ich am Tropf hing und ich nicht sah, wann er leer war. Der Tropf tropfte ziemlich laut, zumindest empfand ich es.

Die Kleine schlief bei den Schwestern, sie war ebenfalls fertig von der ganzen Prozedur. Ich glaube gegen 4/5 brachten sie sie mir und ich konnte nochmal Anlegen ueben. Etwas trank sie, aber die meiste Zeit schlief sie nur auf meiner Brust ein.

Die Narbe schmerzte und im Bauch zog es wieder etwas.

Nun hiess es sich kennenlernen und wieder fit werden. In 5 Tagen wuerden wir wohld aheim kuscheln koennen.🙂