Antikörper gegen Embryo als Ursache gehäufter Fehlgeburten

⋅ 15. Januar 2012

Ärzte des Klinikum der Universität München Großhadern veröffentlichten kürzlich eine Arbeit, in der eine neue Ursache für wiederholte Fehlgeburten beschrieben wurde.

Mithilfe spezieller Zellkulturen und Antigenen (Oberflächeneigenschaften von Zellen) davon gelang es, bei Frauen mit Fehlgeburten in der Vorgeschichte Antikörper gegen Zellen des Mutterkuchens nachzuweisen. Die Antikörper waren bei 17% der Frauen vorhanden die bereits zwei Fehlgeburten hatten und stieg auf das Doppelte bei 3 oder mehr vorzeitig beendeten Schwangerschaften in der Vorgeschichte.

Dr. Nina Rogenhofer, Funktionsoberärztin am Hormon- und Kinderwunschzentrum in Großhadern und Erstautorin dieses Artikels sagt: „Wir glauben, dass durch diese Antikörper das für die Schwangerschaft unerlässliche Mutterkuchen-Gewebe quasi als ´Fremdkörper´ abgestoßen wird, wodurch die Schwangerschaft dann keine Chance hat sich weiter zu entwickeln.“ Tatsächlich ist der Mutterkuchen für den Transport von Nährstoffen und von Sauerstoff zum Kind unerlässlich, so Rogenhofer, die in Großhadern eine Spezialsprechstunde für Frauen mit gehäuften Fehlgeburten leitet.

Offenbar könnte bei Vorliegen solcher Antikörper eine Therapie mit Immunglobulinen hilfreich sein.

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aus:

Rogenhofer N, Ochsenkühn R, von Schönfeldt V, Assef RB, Thaler CJ
Antitrophoblast antibodies are associated with recurrent miscarriages.
Fertil Steril. 2011 Dec 7. [Epub ahead of print]

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