Hausdrachen12

 

Ihr kennt die Szene aus dem Supermarkt. Eine genervte Mama schleift ein kreischendes und schreiendes Kind hinter sich her. Jeder weiß, hier liegt nicht etwa ein grober Verstoß gegen die Fürsorgepflicht vor – NEIN, hier wird gerade ein Mensch mit Charakter erzogen!

Wir waren alle mal Kinder und wir kennen das Gefühl, was das kleine Ding da gerade durchmacht. Es nennt sich Enttäuschung. Man will etwas, so unbedingt und bekommt es nicht. Während das Kind jedoch seiner Mutter als Wurzel allen Übels hier eindeutig die Schuld geben kann, wem geben wir die Schuld, wenn wir einen negativen Schwangerschaftstest in der Hand halten? Das eindeutige Nein der Natur. Nein, du darfst dieses Mal keine Schokolade haben… vielleicht beim nächsten Einkauf.

Es ist nicht nur die Tatsache, dass wir hier niemanden die Schuld geben können sondern auch der dumme Zustand der Ungewissheit – WANN??? Ja wann ist es denn endlich soweit?

Versetzen wir uns also in die Situation hinein, die wir alle kennen. Für die einen ist es der negative Schwangerschaftstest, für die anderen ist es die Mens, das eindeutigste aller Zeichen, dass es diesen Zyklus wieder nicht gefunkt hat. Was fühlen wir in diesem Moment? Enttäuschung, Wut, Trauer… wir fühlen uns dumm, da wir doch solche Hoffnung hatten. Wir fühlen uns betrogen, weil unser Körper uns Anzeichen vorgespielt hat, die keine waren… Und was passiert jetzt mit diesen Gefühlen?

Wir können sie nicht an unserer Mutter auslassen. Nicht an unserem Mann/Freund. Nicht an der Toilette oder an der Azubine, die dummerweise rosa Klopapier besorgt hat und auch nicht an uns selbst. Denn es kann niemand etwas dafür. Die Würfel sind gefallen und niemand hat sie geworfen. So sieht es aus. Wir schlucken diese geballte Faust an Frustration und Trauer also hinunter und vergraben sie unter all den Hoffnungen und Träumen, die sich wieder Stück für Stück aufbauen, bis diese sich beim nächsten Mal wieder in Luft auflösen und dieser schmutzige Rest von negativen Gefühlen wieder nach oben kommt. Zusätzlich dazu gesellt sich jetzt die neue Portion von diesem Zyklus dazu.

Das Ergebnis ist, dass der Berg, den wir jeden Monat vergraben immer größer wird. Abgedeckt von einer kleinen Schicht Hoffnung. Man bekommt irgendwann Angst. Angst vor dem Moment, wo die Hoffnung verschwindet und der Berg wieder zum Vorschein kommt und immer weiter wächst. Man versucht sich gar keine Hoffnungen mehr zu machen, aber dann wird der Berg eben von etwas anderem abgedeckt… von Arbeit, Hobby oder sonste was… Monat für Monat für Monat… und man hofft, dass dieser Berg in dem Moment verschwindet, wo man positiv testet…

Aber ist das so? Ja sicherlich empfindet man dann Freude… aber dieses negative Gefühl, die Angst dass dieser Berg von Enttäuschung wieder zum Vorschein kommen könnte, sobald man Schmierblutungen entdeckt oder die Übelkeit nachlässt oder die Temperatur fällt oder oder oder… bleibt. Leider traurig und dann gibt es so viele Frauen die sich selbst Vorwürfe machen, hätten sie sich doch bloß nicht solche Sorgen gemacht, vielleicht wäre es dann nicht passiert… traurig aber das ist so ein geballter Blödsinn!!!! Sorgen haben noch keine Schwangerschaft beendet…

Die Frage ist jetzt, wie geht man damit um? Wie lernt ein Kind, mit der Enttäuschung keine Schokolade zu bekommen umzugehen? Es lässt seine Gefühle raus! Es schreit, es fleht, es trampelt und jedes Mal ist die Enttäuschung ein bisschen kleiner… und noch ein bisschen kleiner und noch bisschen bis es irgendwann gelernt hat, damit umzugehen. Okay… diesen Einkauf keine Schokolade, aber vielleicht beim nächsten Mal smile

Daher bitte ich euch, fresst die Enttäuschung bloß nicht in euch hinein. Sicherlich niemand in eurem Bekanntenkreis wird das verstehen (wenn doch, dann ran ans Telefon!!!), aber euer Freund/Mann sollte es verstehen und wenn er es nicht versteht – EGAL – redet mit ihm. Er sollte euch respektieren, also wird er euch auch nicht als blöd hinstellen. Lasst es raus. Weint wenn ihr wollt. Stampft auf den Boden, schmeißt diesen scheißdrecksmist Schwangerschaftstest in die Ecke und lasst es raus. Danach werdet ihr euch befreiter fühlen und irgendwann lässt der Ärger nach…

Nach einem Gewitter ist es immer ruhig smile Also los! Einmal den Berg abtragen und dann seit ihr für das nächste mal wieder frei! Euer Körper und eure Psyche müssen erst lernen wie es ist mit dieser Enttäuschung zu leben… wie aber sollen sie das lernen, wenn ihr die Gefühle nicht zulasst?

UUUUUND ihr tragt das dann nicht mit in die Schwangerschaft und seit viel entspannter… eine schöne Vorstellung smile

Manchmal hilft es auch sich bewusst zu machen, warum ihr enttäuscht seid. Ändern könnt ihr es nicht, aber ihr könnt lernen, damit umzugehen smile

knuddel

 

Zitiert aus: http://www.wunschkinder.net/forum/read.php?3,6930776

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